Islam verstehen

Kapitel 6Eine Familie von Gesandten

Die Propheten im Koran

Muslime glauben an alle Propheten, die Allah gesandt hat – von Adam bis Muhammad ﷺ. Der Koran nennt fünfundzwanzig von ihnen beim Namen und erzählt ihre Geschichten nicht als ferne Legenden, sondern als Licht für unser eigenes Leben. Hier lernst du alle 25 kennen, jeden mit seiner Prüfung, einer Schlüsselstelle im Koran, die du bei uns Vers für Vers hören kannst, und einer Lehre für heute.

24 Min. Lesezeit

25
Propheten im Koran namentlich genannt
5
„Gesandte der Entschlossenheit“ (Ulul-'Azm)
18
Propheten in einem Abschnitt genannt (6:83–86)
1
Botschaft: Allah allein dienen

Der Glaube an alle Propheten

Der Glaube an die Propheten gehört zu den Grundpfeilern des Islam. Allah beschreibt die Gläubigen so: „Der Gesandte glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von Seinen Gesandten“ (Koran 2:285).

Und Er lehrt uns zu sagen: „Wir glauben an Allah und an das, was zu uns herabgesandt worden ist, und was zu Ibrahim, Isma'il, Ishaq, Ya'qub und den Stämmen herabgesandt wurde, und was Musa und 'Isa gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen“ (Koran 2:136).

Ein Muslim, der einen einzigen Propheten ablehnt, lehnt damit alle ab. Denn ihre Botschaft war im Kern dieselbe: „Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, dem Wir nicht offenbart hätten: Es gibt keinen Gott außer Mir, so dient Mir“ (Koran 21:25). Der Prophet ﷺ sagte: „Die Propheten sind Brüder; ihre Mütter sind verschieden, ihre Religion ist eine“ (al-Bukhari und Muslim).

Der Koran sagt auch, dass es viel mehr Propheten gab, als er nennt: „Und Gesandte, von denen Wir dir zuvor berichtet haben, und Gesandte, von denen Wir dir nicht berichtet haben“ Koran 4:164. Jedes Volk hatte einen Warner Koran 35:24.

Die 25 im Koran genannten Propheten

Fünfundzwanzig Propheten werden im Koran mit Namen genannt. Achtzehn davon stehen in einem einzigen Abschnitt der Sure al-An'am (Koran 6:83–86). Hier sind alle, mit ihren arabischen Namen und den Namen, unter denen viele sie aus der Bibel kennen:

  1. Adam – آدم
  2. Idris – إدريس, oft mit Henoch gleichgesetzt
  3. Nuh (Noah) – نوح
  4. Hud – هود, zu dem Volk der 'Ad gesandt
  5. Salih – صالح, zu dem Volk der Thamud gesandt
  6. Ibrahim (Abraham) – إبراهيم
  7. Lut (Lot) – لوط
  8. Isma'il (Ismael) – إسماعيل
  9. Ishaq (Isaak) – إسحاق
  10. Ya'qub (Jakob) – يعقوب
  11. Yusuf (Josef) – يوسف
  12. Ayyub (Hiob) – أيوب
  13. Schu'aib – شعيب, zu den Leuten von Madyan gesandt
  14. Musa (Mose) – موسى
  15. Harun (Aaron) – هارون
  16. Dhul-Kifl – ذو الكفل
  17. Dawud (David) – داود
  18. Sulaiman (Salomo) – سليمان
  19. Ilyas (Elia) – إلياس
  20. Al-Yasa' (Elischa) – اليسع
  21. Yunus (Jona) – يونس
  22. Zakariyya (Zacharias) – زكريا
  23. Yahya (Johannes) – يحيى
  24. 'Isa (Jesus) – عيسى
  25. Muhammad ﷺ – محمد

Bei einigen, etwa Idris oder Dhul-Kifl, gibt es unter den Gelehrten verschiedene Ansichten, wer genau gemeint ist. Das ändert nichts daran, dass wir sie ehren, wie der Koran sie ehrt.

Die Gesandten der Entschlossenheit

Unter den Gesandten hebt der Koran einige besonders hervor. Allah sagt zum Propheten ﷺ: „So sei standhaft, wie die Gesandten der Entschlossenheit standhaft waren“ (Koran 46:35). Nach der verbreiteten Ansicht der Gelehrten sind damit fünf gemeint, die Allah in einem Vers zusammen nennt: „Und als Wir mit den Propheten ihr Abkommen schlossen, und mit dir, mit Nuh, Ibrahim, Musa und 'Isa, dem Sohn Maryams“ (Koran 33:7). Dieselben fünf stehen noch einmal gemeinsam in Koran 42:13: Allah hat uns als Religion verordnet, was Er Nuh, Ibrahim, Musa und 'Isa anbefahl und was Er Muhammad ﷺ offenbarte. Also Nuh, Ibrahim, Musa, 'Isa und Muhammad ﷺ – fünf Männer, die Unglaubliches ertragen haben und nie aufgegeben haben. In den Porträts unten sind sie mit „Ulul-'Azm“ gekennzeichnet.

Alle 25 Propheten im Porträt

Zu jedem Propheten findest du hier, wer er war, worin seine Prüfung lag, eine Schlüsselstelle im Koran zum Anhören und eine Lehre für heute. Was der Koran nicht erzählt, lassen wir offen; wo die Gelehrten verschiedener Meinung sind, sagen wir es.

1. Adam – der erste Mensch

Allah kündigte den Engeln an: „Ich werde auf der Erde einen Nachfolger einsetzen“ Koran 2:30. Er lehrte Adam die Namen aller Dinge Koran 2:31, und die Engel warfen sich vor ihm nieder – nur Iblis weigerte sich aus Hochmut Koran 2:34. Adam und seine Frau aßen von dem Baum, den Allah ihnen verboten hatte. Doch die Geschichte endet nicht mit dem Fehler, sondern mit der Umkehr: „Da empfing Adam von seinem Herrn Worte, und Er nahm seine Reue an. Er ist ja der Reue-Annehmende, der Barmherzige“ (Koran 2:37). Diese Worte nennt der Koran an anderer Stelle: „Unser Herr, wir haben uns selbst Unrecht getan. Wenn Du uns nicht vergibst und Dich unser nicht erbarmst, werden wir ganz gewiss zu den Verlierern gehören“ Koran 7:23. Für heute: Ein Fehler ist nicht das Ende deiner Geschichte. Die erste Lehre der Menschheit lautet: Jeder kann umkehren.

2. Idris – wahrhaftig und erhöht

Über Idris erzählt der Koran wenig, und doch ist jedes Wort eine Auszeichnung: „Und gedenke im Buch des Idris. Er war wahrhaftig und ein Prophet. Und Wir erhoben ihn an einen hohen Ort“ (Koran 19:56–57). An anderer Stelle zählt Allah ihn zu den Geduldigen Koran 21:85. Viele Gelehrte setzen ihn mit Henoch gleich, der in der Bibel zwischen Adam und Noah lebt. In der Nacht der Himmelfahrt begegnete der Prophet ﷺ ihm im vierten Himmel (al-Bukhari, Muslim). Worin genau seine Prüfung lag, sagt der Koran nicht – er nennt nur, was am Ende zählte: Wahrhaftigkeit und Geduld. Für heute: Du musst nicht berühmt sein, um bei Allah hoch zu stehen. Ein wahrhaftiges, geduldiges Leben ist selbst eine Botschaft.

3. Nuh – die Geduld von Jahrhunderten (Ulul-'Azm)

Nuh rief sein Volk „neunhundertfünfzig Jahre“ zu Allah Koran 29:14. In der Sure, die seinen Namen trägt, klagt er: „Mein Herr, ich habe mein Volk Nacht und Tag aufgerufen“ (Koran 71:5) – heimlich und öffentlich. Er versprach ihnen: „Bittet euren Herrn um Vergebung, denn Er ist allvergebend. Er wird den Himmel über euch ergiebig regnen lassen“ Koran 71:10–11. Nur wenige glaubten. Auf Allahs Befehl baute er die Arche, während man ihn verspottete Koran 11:37–38. Am bewegendsten ist der Moment, als er seinen eigenen Sohn in den Wellen ruft Koran 11:42–43. Für heute: Unsere Aufgabe ist das Rufen und das Gute – das Ergebnis liegt bei Allah. Gib nicht auf, auch wenn kaum jemand zuhört.

4. Hud – Vertrauen gegen Übermacht

Hud wurde zu seinem eigenen Volk gesandt, den 'Ad, die bei den Sanddünen von al-Ahqaf lebten Koran 46:21 und für ihre gewaltigen Bauten bekannt waren – „Iram mit den Säulen, desgleichen im Land nicht erschaffen wurde“ Koran 89:7–8. Ihre Stärke machte sie hochmütig: „Wer ist stärker als wir?“, fragten sie – und vergaßen, dass Allah, Der sie erschuf, stärker ist als sie Koran 41:15. Hud versprach ihnen, dass Reue ihnen „Kraft zu ihrer Kraft“ hinzufügen werde Koran 11:52. Als sie ihm drohten, antwortete er ruhig: „Ich verlasse mich auf Allah, meinen Herrn und euren Herrn. Es gibt kein Lebewesen, das Er nicht an seinem Schopf hält“ (Koran 11:56). Für heute: Technik, Geld und Gebäude machen uns nicht unabhängig von Allah. Echte Stärke ist ein Herz, das sich auf Ihn verlässt.

5. Salih – das Zeichen der Kamelstute

Salih war einer der Thamud, eines Volkes, das sich Häuser in die Berge meißelte Koran 7:74. Er erinnerte sie: „Er hat euch aus der Erde entstehen lassen und euch darauf angesiedelt. So bittet Ihn um Vergebung und wendet euch Ihm zu. Mein Herr ist nahe und erhört“ (Koran 11:61). Als Zeichen gab Allah ihnen eine Kamelstute, mit einer einfachen Regel: Das Wasser wird geteilt, ein Tag für sie, ein Tag für euch Koran 26:155. Doch sie erklärten ihn für einen Lügner, und der Unseligste unter ihnen tötete die Stute Koran 91:12–14. Die Sure al-Hidschr trägt den Namen ihres Landes Koran 15:80. Für heute: Glaube zeigt sich darin, wie wir teilen und wie wir mit Schwächeren umgehen – auch mit Tieren. Und Allah ist „nahe und erhört“: Der Weg zurück ist nie weit.

6. Ibrahim – der Freund Allahs (Ulul-'Azm)

Allah nahm Ibrahim „zum Freund“ Koran 4:125. Schon als junger Mann suchte er die Wahrheit: Er sah einen Stern, den Mond, die Sonne – und als sie alle untergingen, sagte er: „Ich wende mein Gesicht Dem zu, Der die Himmel und die Erde erschaffen hat“ Koran 6:74–79. Er zerschlug die Götzenbilder seines Volkes und ließ nur das größte stehen, damit sie nachdenken Koran 21:51–67. Man warf ihn ins Feuer, doch Allah sprach: „O Feuer, sei kühl und unversehrt für Ibrahim!“ (Koran 21:69). Ibrahim ist der Vater vieler Propheten, und mit Isma'il baute er die Kaaba Koran 2:127. Mehr dazu im Kapitel Hadsch und Umra. Für heute: Suche die Wahrheit mit offenem Verstand und steh zu ihr, auch wenn alle anderen etwas anderes tun. Ibrahim stand allein – und war doch, wie der Koran sagt, „eine Gemeinschaft“ für sich Koran 16:120.

7. Lut – allein für das Rechte

Lut glaubte als einer der Ersten an Ibrahim, nach der Überlieferung war er sein Neffe: „Da glaubte Lut ihm, und er sagte: Ich wandere aus zu meinem Herrn“ (Koran 29:26). Allah sandte ihn zu einem Volk, das offen Schändliches tat, die Wege unsicher machte und in seinen Versammlungen Verwerfliches beging Koran 29:28–29. Lut stand fast allein; selbst seine Frau hielt nicht zu ihm Koran 66:10. In seiner Not sagte er: „Hätte ich doch Kraft gegen euch oder könnte ich bei einer starken Stütze Zuflucht suchen!“ Koran 11:80. Der Prophet ﷺ sagte dazu: „Allah erbarme Sich Luts – er suchte ja Zuflucht bei einer starken Stütze“, nämlich bei Allah (al-Bukhari, Muslim). Für heute: Wer das Richtige tut, ist manchmal in der Minderheit. Deine stärkste Stütze ist nicht die Mehrheit, sondern Allah.

8. Isma'il – der sein Versprechen hielt

Isma'il ist der erstgeborene Sohn Ibrahims, von Hadschar. Als er noch ein Säugling war, ließ Ibrahim ihn und seine Mutter auf Allahs Befehl in einem Tal ohne Saat zurück, beim heiligen Haus Koran 14:37. Hadschar lief auf der Suche nach Wasser zwischen den Hügeln Safa und Marwa hin und her – bis die Quelle Zamzam hervorsprudelte (al-Bukhari). Als Ibrahim im Traum sah, dass er seinen Sohn opfern sollte, antwortete der Sohn: „Mein lieber Vater, tu, was dir befohlen wird. Du wirst mich, so Allah will, unter den Geduldigen finden“ Koran 37:102; nach der Ansicht der meisten Gelehrten war Isma'il dieser Sohn. Gemeinsam mit Ibrahim errichtete er die Kaaba Koran 2:127, und von ihm stammt der Prophet Muhammad ﷺ ab (Muslim). Allah lobt ihn: „Er hielt sein Versprechen, und er war ein Gesandter und Prophet“ (Koran 19:54). Für heute: Halte, was du versprichst. Allah nennt es zuerst, wenn Er Isma'il beschreibt.

9. Ishaq – die späte Freude

Ishaq war die Antwort auf ein langes Warten. Engel kamen als Gäste zu Ibrahim und brachten seiner Frau die frohe Botschaft: „Da verkündeten Wir ihr Ishaq und nach Ishaq Ya'qub“ (Koran 11:71). Sie staunte: „Soll ich noch gebären, wo ich doch eine alte Frau bin und dieser mein Mann ein alter Mann ist?“ Koran 11:72. Allah nennt Ishaq „einen Propheten, einen der Rechtschaffenen“ Koran 37:112, und aus seiner Linie gingen viele Propheten der Kinder Israels hervor. Ibrahim sagte, als ihm dieser Sohn verkündet wurde: „Wer verzweifelt an der Barmherzigkeit seines Herrn außer den Irregehenden?“ Koran 15:56. Für heute: Für Allahs Gaben gibt es kein „zu spät“. Hoffnung ist ein Teil des Glaubens.

10. Ya'qub – die Geduld eines Vaters

Ya'qub, der Sohn Ishaqs, wird auch Isra'il genannt; seine Söhne wurden zu den Stämmen der Kinder Israels. Seine große Prüfung war der Verlust Yusufs und später auch dessen Bruders. Er sagte nur: „Schöne Geduld“ (Koran 12:18, 12:83), und: „Ich klage meinen Kummer und meine Trauer nur Allah“ Koran 12:86. Selbst im tiefsten Schmerz verbot er seinen Söhnen die Verzweiflung: „Gebt die Hoffnung auf Allahs Erbarmen nicht auf“ Koran 12:87. Auf dem Sterbebett fragte er sie: „Wem werdet ihr nach mir dienen?“ Sie antworteten: „Wir werden deinem Gott dienen, dem Gott deiner Väter Ibrahim, Isma'il und Ishaq, dem einen Gott“ (Koran 2:133). Für heute: Trauer und Geduld schließen sich nicht aus. Und das schönste Erbe für deine Kinder ist ihr Glaube.

11. Yusuf – die schönste Geschichte

Eine ganze Sure erzählt sein Leben, und Allah nennt sie „die schönste der Erzählungen“ Koran 12:3. Ein Junge träumt von elf Sternen, Sonne und Mond (Koran 12:4). Seine Brüder werfen ihn aus Neid in einen Brunnen, er wird als Sklave verkauft, widersteht der Versuchung, wird zu Unrecht ins Gefängnis gebracht – und wird schließlich Verwalter der Schatzkammern Ägyptens. Als seine Brüder in der Hungersnot vor ihm stehen, vergibt er ihnen: „Keine Schuld soll heute auf euch lasten. Allah vergibt euch“ Koran 12:92. Lies sie bei uns als Sure Yusuf. Für heute: Vergeben, wenn man die Macht zur Rache hat, ist wahre Größe. Und auch der dunkelste Brunnen kann der Anfang eines Weges sein.

12. Ayyub – der Geduldige

Nach der Überlieferung war Ayyub ein wohlhabender, dankbarer Mann mit großer Familie, bis Allah ihn mit schwerer Krankheit und dem Verlust von Besitz und Angehörigen prüfte. Er beklagte sich nicht über Allah, sondern bei Allah, mit einem Gebet voller Anstand: „Mich hat Unheil getroffen, und Du bist der Barmherzigste der Barmherzigen“ (Koran 21:83). Allah erhörte ihn, nahm das Leid von ihm und gab ihm seine Familie zurück und noch einmal so viele dazu Koran 21:84. Er sagte zu ihm: „Stampfe mit deinem Fuß: Hier ist kühles Wasser zum Waschen und zum Trinken“ Koran 38:42. Und Er lobt ihn: „Wir fanden ihn geduldig. Welch ein vorzüglicher Diener! Er wandte sich immer wieder Allah zu“ Koran 38:44. Für heute: In Krankheit und Verlust darfst du deinen Schmerz Allah sagen. Geduld heißt nicht schweigen, sondern sich nicht von Ihm abwenden.

13. Schu'aib – Ehrlichkeit im Handel

Schu'aib wurde zu den Leuten von Madyan gesandt, die beim Messen und Wiegen betrogen. Er rief sie zum Glauben und zur Fairness: „Gebt volles Maß und Gewicht in Gerechtigkeit und schmälert den Menschen nicht ihre Dinge“ Koran 11:85. Sie spotteten: „Befiehlt dir dein Gebet, dass wir verlassen, was unsere Väter anbeteten, oder dass wir mit unserem Besitz nicht tun, was wir wollen?“ Koran 11:87. Seine Antwort ist eines der schönsten Bekenntnisse eines Menschen, der die Welt verbessern will: „Ich will nur Besserung, soweit ich es vermag. Mein Gelingen kommt allein von Allah. Auf Ihn verlasse ich mich, und Ihm wende ich mich zu“ (Koran 11:88). Ob der alte Mann in Madyan, bei dem Musa Zuflucht fand Koran 28:23–28, Schu'aib war, darüber gehen die Ansichten der Gelehrten auseinander. Für heute: Ehrlichkeit im Geschäft ist Gottesdienst. Glaube endet nicht an der Tür der Moschee, er zeigt sich an der Kasse und im Vertrag.

14. Musa – der mit Allah sprach (Ulul-'Azm)

Musa ist der im Koran am häufigsten genannte Prophet. Als Säugling wurde er auf Allahs Eingebung hin dem Fluss anvertraut Koran 28:7 und wuchs ausgerechnet im Palast des Pharaos auf. Auf der Flucht in Madyan betete er: „Mein Herr, ich bin auf das Gute, das Du mir herabsendest, angewiesen“ Koran 28:24. Am brennenden Busch sprach Allah zu ihm Koran 20:9–14. Musa bat: „Mein Herr, weite mir meine Brust und mache mir meine Aufgabe leicht“ (Koran 20:25–26), und Allah gab ihm seinen Bruder Harun als Helfer. Selbst zum Pharao sollten sie „mit sanften Worten“ sprechen Koran 20:44. Es folgen die Zauberer, die sich zu Allah bekehren, die Rettung durch das Meer und die Prüfung mit dem Kalb Koran 20:9–98. Für heute: Bitte Allah um ein weites Herz, bevor du eine große Aufgabe angehst – und sprich selbst mit deinen Gegnern sanft.

15. Harun – der treue Bruder

Harun war Musas Bruder und Helfer. Musa selbst bat für ihn: „Mein Bruder Harun ist redegewandter als ich; so sende ihn mit mir als Beistand, der mich bestätigt“ (Koran 28:34), und Allah erfüllte die Bitte Koran 20:29–36. Seine schwerste Stunde kam, als Musa auf dem Berg war und das Volk das Kalb anbetete. Harun warnte sie Koran 20:90, doch sie hörten nicht auf ihn. Als Musa zornig zurückkam, antwortete Harun sanft: „Sohn meiner Mutter, pack mich nicht am Bart und nicht am Kopf! Ich fürchtete, du würdest sagen: Du hast Zwietracht unter die Kinder Israels gebracht“ Koran 20:94. Der Prophet ﷺ sagte zu 'Ali: „Bist du nicht zufrieden, für mich zu sein wie Harun für Musa – nur dass es nach mir keinen Propheten gibt?“ (al-Bukhari, Muslim). Für heute: Nicht jeder muss vorne stehen. Wer andere stützt, bestätigt und zusammenhält, steht bei Allah ebenfalls hoch.

16. Dhul-Kifl – die stille Treue

Dhul-Kifl wird im Koran zweimal genannt, beide Male in bester Gesellschaft: „Und Isma'il, Idris und Dhul-Kifl – alle gehörten zu den Geduldigen“ (Koran 21:85), und: „Alle gehören zu den Besten“ Koran 38:48. Wer er genau war, sagt der Koran nicht. Viele Gelehrte zählen ihn zu den Propheten, so auch die übliche Liste der 25; andere sahen in ihm einen rechtschaffenen Mann oder gerechten Richter, und manche setzen ihn mit Hesekiel gleich. Der Name bedeutet etwa „der mit dem Anteil“ oder „der mit der Bürgschaft“; in den Tafsir-Werken wird berichtet, er habe eine Verpflichtung übernommen und treu erfüllt. Für heute: Allah sieht die stille Treue. Oft sind es die unscheinbaren Menschen, die Er „die Besten“ nennt.

17. Dawud – König, Sänger und Handwerker

Als junger Mann besiegte Dawud den gewaltigen Dschalut (Goliath), und Allah gab ihm „die Herrschaft und die Weisheit“ Koran 2:251. Ihm gab Er den Psalter, den Zabur Koran 4:163. Wenn er Allah pries, priesen die Berge und die Vögel mit ihm, und Allah machte ihm das Eisen weich, damit er Panzerhemden schmiede Koran 34:10–11. Seine Prüfung war die Macht selbst und die Pflicht, gerecht zu urteilen: „O Dawud, Wir haben dich zum Nachfolger auf der Erde gemacht; so richte zwischen den Menschen nach der Wahrheit und folge nicht der Neigung“ (Koran 38:26). Als er merkte, dass er geprüft worden war, bat er um Vergebung, warf sich nieder und kehrte um Koran 38:24. Der Prophet ﷺ sagte, Dawud habe von der Arbeit seiner eigenen Hände gegessen (al-Bukhari), und das liebste Fasten bei Allah sei das Fasten Dawuds: einen Tag fasten, einen Tag nicht (al-Bukhari, Muslim). Für heute: Erfolg und Begabung sind Verantwortung. Sei gerecht, auch wenn du die Macht hast, und schäme dich nie ehrlicher Arbeit.

18. Sulaiman – Dankbarkeit auf dem Thron

Sulaiman erbte von Dawud das Prophetentum und die Herrschaft Koran 27:16. Allah lehrte ihn die Sprache der Vögel, machte ihm den Wind dienstbar Koran 21:81 und erhörte seine Bitte um ein Reich, wie es nach ihm keinem zustehen sollte Koran 38:35–36. Und doch ist der schönste Moment seiner Geschichte ganz klein: Eine Ameise warnt ihr Volk, damit Sulaiman und sein Heer sie nicht unbemerkt zertreten – und er lächelt über ihre Worte und betet: „Mein Herr, gib mir ein, für Deine Gnade dankbar zu sein, die Du mir und meinen Eltern erwiesen hast“ (Koran 27:18–19). Als ihm der Thron der Königin von Saba gebracht wurde, sagte er: „Dies ist von der Huld meines Herrn, um mich zu prüfen, ob ich dankbar bin oder undankbar“ Koran 27:40. Für heute: Auch Segen ist eine Prüfung. Wer viel hat, hat viel zu danken – und übersieht dabei nicht die Kleinsten.

19. Ilyas – gegen die Götzen seiner Zeit

Und Ilyas gehörte wahrlich zu den Gesandten
Koran 37:123

Er lebte unter einem Volk, das den Götzen Ba'l anbetete, und fragte sie: „Wollt ihr Ba'l anrufen und den besten Schöpfer verlassen, Allah, euren Herrn und den Herrn eurer Vorväter?“ (Koran 37:125–126). Sein Volk erklärte ihn für einen Lügner Koran 37:127. Allah aber ließ seinen Namen in Ehren fortleben: „Friede sei auf Ilyas“ Koran 37:130. Meist wird er mit dem biblischen Elia gleichgesetzt. Für heute: Auch heute gibt es Götzen: Geld, Ansehen, die Meinung der anderen. Die Frage des Ilyas gilt auch uns: Warum den besten Schöpfer für weniger verlassen?

20. Al-Yasa' – der Nachfolger

Al-Yasa' wird zweimal genannt: unter den Propheten, die Allah „vor den Weltenbewohnern bevorzugt“ hat Koran 6:86, und unter „den Besten“ (Koran 38:48). Meist wird er mit Elischa gleichgesetzt, dem Schüler des Elia, und nach den Überlieferungen führte er das Werk des Ilyas unter den Kindern Israels fort. Der Koran erzählt keine Einzelheiten aus seinem Leben – und gerade das ist eine Botschaft: Nicht jede große Aufgabe ist laut. Für heute: Das Gute, das andere begonnen haben, treu weiterzuführen, ist selbst eine Ehre bei Allah.

21. Yunus – der Ruf aus der Dunkelheit

Yunus (Jona) verließ sein Volk im Zorn und wurde von einem großen Fisch verschluckt. In der dreifachen Dunkelheit rief er: „Es gibt keinen Gott außer Dir. Preis sei Dir! Ich gehörte wahrlich zu den Ungerechten.“ Und Allah sagt: „Da erhörten Wir ihn und erretteten ihn aus dem Kummer. So erretten Wir die Gläubigen“ (Koran 21:87–88). Der Prophet ﷺ sagte, kein Muslim bitte mit diesem Bittgebet um etwas, ohne dass Allah ihn erhört (at-Tirmidhi). Und sein Volk ist das einzige, von dem der Koran sagt, dass sein Glaube es im letzten Augenblick noch rettete Koran 10:98. Für heute: Es gibt keine Dunkelheit, aus der Allah dich nicht hört. Das Gebet des Yunus kannst du heute noch sprechen: La ilaha illa anta, subhanaka, inni kuntu minaz-zalimin.

22. Zakariyya – nie aufhören zu bitten

Zakariyya war ein alter Prophet und der Vormund Maryams. Jedes Mal, wenn er zu ihr in die Gebetsnische kam, fand er bei ihr Versorgung, und sie sagte: „Es ist von Allah“ Koran 3:37. Da erwachte in ihm eine Hoffnung, und er rief seinen Herrn im Verborgenen an: „Mein Herr, mir sind die Knochen schwach geworden, und mein Kopf ist weiß vor grauem Haar – und nie bin ich mit meinem Bitten bei Dir, mein Herr, unglücklich gewesen“ (Koran 19:4). Seine Frau war unfruchtbar, er selbst hochbetagt – und Allah schenkte ihnen Yahya Koran 21:89–90. Für heute: Hör nicht auf zu bitten, auch wenn es menschlich unmöglich scheint. Und erinnere dich an all die Gebete, die Allah schon erhört hat.

23. Yahya – Stärke und Zärtlichkeit

Yahya, der Sohn Zakariyyas, trug einen Namen, den Allah selbst gab und den vor ihm niemand trug Koran 19:7. Schon als Kind erhielt er Weisheit: „O Yahya, halte die Schrift mit Kraft fest“ (Koran 19:12). Allah beschreibt ihn mit „Zärtlichkeit von Uns und Reinheit“, gütig zu seinen Eltern, weder gewalttätig noch widerspenstig Koran 19:13–14. Er bestätigte ein Wort von Allah Koran 3:39, nach der Erklärung der meisten Gelehrten 'Isa; in der Nacht der Himmelfahrt traf der Prophet ﷺ die beiden Cousins zusammen im zweiten Himmel (al-Bukhari). Allah grüßt ihn: „Friede sei auf ihm am Tag, da er geboren wurde, am Tag, da er stirbt, und am Tag, da er wieder zum Leben erweckt wird“ Koran 19:15. Für heute: Stärke und Sanftheit gehören zusammen: fest im Glauben, weich im Herzen, besonders zu den Eltern.

24. 'Isa – der Messias, Sohn Maryams (Ulul-'Azm)

Muslime glauben, dass Maryam 'Isa (Jesus) als Jungfrau geboren hat, durch das Wort Allahs: „Sein Name ist al-Masih 'Isa, der Sohn Maryams, angesehen im Diesseits und im Jenseits“ Koran 3:45. Als Säugling sprach er in der Wiege: „Ich bin Allahs Diener. Er hat mir die Schrift gegeben und mich zu einem Propheten gemacht“ (Koran 19:30), und: „Er hat mich gütig gegen meine Mutter gemacht“ Koran 19:32. Er heilte Blinde und Aussätzige und erweckte Tote – mit Allahs Erlaubnis Koran 3:49. Im Islam ist 'Isa einer der größten Gesandten, der Messias, aber ein Mensch und Diener Allahs, nicht Gott und nicht Sohn Gottes: „Gewiss, das Gleichnis 'Isas ist bei Allah wie das Gleichnis Adams. Er erschuf ihn aus Erde“ Koran 3:59. Muslime glauben, dass er nicht getötet wurde, sondern dass Allah ihn zu Sich erhoben hat Koran 4:157–158, und viele Hadithe bei al-Bukhari und Muslim sprechen von seiner Wiederkehr.

Hier unterscheiden sich islamischer und christlicher Glaube. Doch die Liebe zu Jesus und Maria verbindet Muslime und Christen, und der Koran nennt die Christen diejenigen, die den Gläubigen „in Zuneigung am nächsten“ stehen Koran 5:82. Lies ihre Geschichte in Sure Maryam. Für heute: Die höchste Ehre ist, Diener Allahs zu sein. Und die gemeinsame Liebe zu 'Isa und Maryam kann Muslime und Christen einander näherbringen.

25. Muhammad ﷺ – das Siegel der Propheten (Ulul-'Azm)

„Muhammad ist nicht der Vater irgendeines eurer Männer, sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten“ (Koran 33:40). Mit ihm endet die Kette der Propheten. Er selbst verglich sich mit dem letzten Stein in einem schönen Haus, das andere vor ihm gebaut hatten: „Ich bin dieser Stein, und ich bin das Siegel der Propheten“ (al-Bukhari und Muslim). Er wuchs als Waise auf Koran 93:6, wurde in Mekka verspottet und verfolgt, verlor seine Frau Khadidscha und seinen Onkel Abu Talib und wurde in Ta'if abgewiesen. Als ihm danach der Engel der Berge anbot, die Leute zu bestrafen, sagte er: „Ich hoffe vielmehr, dass Allah aus ihren Nachkommen Menschen hervorbringt, die Allah allein dienen“ (al-Bukhari, Muslim). Allah sandte ihn „als Barmherzigkeit für die Welten“ Koran 21:107. Sein Leben erzählen wir ausführlich im Kapitel Der Prophet Muhammad ﷺ. Für heute: Barmherzigkeit ist stärker als Vergeltung. Wer dem Propheten ﷺ folgen will, beginnt mit seinem Charakter Koran 68:4.

Geehrt, aber nicht unter den 25: Maryam und Luqman

Der Koran ehrt auch Menschen, die nicht zu den 25 Propheten gezählt werden. Zwei von ihnen tragen sogar den Namen einer Sure.

Maryam – die Auserwählte

Maryam (Maria) ist die einzige Frau, die im Koran mit Namen genannt wird, und Sure 19 trägt ihren Namen. Die Engel sagten: „O Maryam, Allah hat dich auserwählt und rein gemacht und dich vor den Frauen der Welten auserwählt“ (Koran 3:42). Sie wuchs im Gebet auf, unter der Obhut Zakariyyas, und trug ihre größte Prüfung fast allein: ein Kind ohne Mann und die Blicke der Leute. Unter einer Palme, in den Wehen, sagte sie: „Wäre ich doch vorher gestorben!“ – und hörte: „Sei nicht traurig … Schüttle den Stamm der Palme zu dir, dann lässt sie frische, reife Datteln auf dich fallen“ Koran 19:23–25. Der Prophet ﷺ sagte: „Die beste ihrer Frauen ist Maryam, die Tochter 'Imrans, und die beste ihrer Frauen ist Khadidscha“ (al-Bukhari, Muslim). Die meisten Gelehrten zählen sie nicht zu den Propheten; einige, etwa Ibn Hazm und al-Qurtubi, hielten sie für eine Prophetin, weil Engel zu ihr sprachen. Einig sind sich alle: Sie gehört zu den größten Frauen der Menschheit. Für heute: Auch die Auserwählten fühlen Schmerz. Allahs Trost ist oft ganz nah – so nah wie eine Palme.

Luqman – der Weise

Sure 31 trägt den Namen Luqmans, dem Allah Weisheit gab: „Und Wir gaben Luqman die Weisheit: Sei Allah dankbar“ Koran 31:12. Berühmt sind seine Ratschläge an seinen Sohn, die mit dem zärtlichen „Ya bunayya“, „mein lieber Sohn“, beginnen: „Geselle Allah nichts bei, denn die Beigesellung ist ein gewaltiges Unrecht“ (Koran 31:13); verrichte das Gebet, gebiete das Rechte und sei geduldig Koran 31:17; geh nicht hochmütig, halte Maß in deinem Gang und senke deine Stimme Koran 31:18–19. Die meisten Gelehrten sehen in ihm einen weisen, rechtschaffenen Mann und keinen Propheten; eine Minderheit hielt ihn für einen Propheten. Für heute: Weisheit wird in der Familie weitergegeben – mit Liebe, nicht mit Härte.

Ähnlich gehen die Ansichten bei dem weisen Diener auseinander, dem Musa begegnete und den die Hadithe al-Khidr nennen Koran 18:65, und bei Dhul-Qarnain Koran 18:83. Der Koran erzählt ihre Geschichten, ohne sie unter die Propheten zu zählen oder auszuschließen, und so lassen auch wir es offen.

Was die Geschichten uns lehren

Allah sagt: „In ihren Geschichten liegt wahrlich eine Lehre für die Verständigen“ (Koran 12:111). Und zum Propheten ﷺ: „Alles, was Wir dir von den Geschichten der Gesandten erzählen, ist, um dein Herz damit zu festigen“ Koran 11:120. Einige dieser Lehren:

  • Geduld: Nuh rief über Jahrhunderte, Ayyub ertrug Krankheit und Verlust, Ya'qub wartete auf seinen Sohn. Geduld ist kein Stillstand, sondern Vertrauen in Bewegung.
  • Gottvertrauen: Die Mutter Musas legte ihr Kind in den Fluss, Hadschar blieb im leeren Tal, Ibrahim stand vor dem Feuer. Wer sich auf Allah verlässt, ist nie allein.
  • Reue: Adam, Dawud und Yunus haben Fehler gemacht – und sind zurückgekehrt. Die Tür zu Allah ist immer offen.
  • Vergebung: Yusuf hätte Rache nehmen können und vergab.
  • Ehrlichkeit und Gerechtigkeit: Schu'aib mahnte zu ehrlichem Maß, Dawud zu gerechtem Urteil.
  • Dankbarkeit: Sulaiman hatte alles und blieb dankbar, selbst gegenüber einer Ameise.
  • Familie: Fast jede Geschichte handelt auch von Vätern, Müttern, Brüdern und Kindern – mit all ihren Freuden und Schmerzen.

Die Geschichten bei uns lesen und hören

Am schönsten begegnest du den Propheten im Koran selbst. Öffne eine dieser Suren und höre Vers für Vers zu, mit Übersetzung und Tafsir:

  1. Sure Yusuf – eine ganze Geschichte von Anfang bis Ende.
  2. Sure Maryam – Zakariyya, Yahya, Maryam, 'Isa, Ibrahim, Isma'il, Idris und weitere Propheten.
  3. Sure al-Anbiya' – „Die Propheten“: viele von ihnen nacheinander, von Ibrahim bis Yunus.
  4. Sure Hud – Nuh, Hud, Salih, Ibrahim, Lut und Schu'aib.
  5. Sure Nuh – der Ruf eines Propheten an sein Volk.

Vielleicht wählst du eine Geschichte pro Woche und liest sie mit deiner Familie. Die Kinder werden sie nie vergessen.

Häufige Fragen

Wie viele Propheten gab es?

Der Koran nennt 25 mit Namen und sagt, dass es weitere gab, von denen er nicht berichtet (Koran 4:164). Jedes Volk hatte einen Warner (Koran 35:24). Eine genaue Gesamtzahl nennt der Koran nicht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Propheten und einem Gesandten?

Viele Gelehrte erklären, dass jeder Gesandte (Rasul) ein Prophet (Nabi) ist, aber nicht jeder Prophet ein Gesandter: Der Gesandte bringt eine Botschaft oder Schrift zu einem Volk, das sie noch nicht hat. Über die genaue Abgrenzung gibt es verschiedene Ansichten.

Glauben Muslime an Jesus?

Ja. 'Isa (Jesus) ist einer der größten Gesandten, der Messias, von der Jungfrau Maryam geboren. Muslime glauben aber, dass er ein Mensch und Diener Allahs war, nicht Gott oder Sohn Gottes (Koran 3:59, 19:30).

Wer sind die Ulul-'Azm?

Die „Gesandten der Entschlossenheit“ (Koran 46:35). Nach der verbreiteten Ansicht sind es Nuh, Ibrahim, Musa, 'Isa und Muhammad ﷺ, die in Koran 33:7 und 42:13 gemeinsam genannt werden.

Waren Maryam und Luqman Propheten?

Die meisten Gelehrten zählen beide nicht zu den 25 Propheten. Einige, etwa Ibn Hazm und al-Qurtubi, hielten Maryam für eine Prophetin, und eine Minderheit sah in Luqman einen Propheten. Unbestritten ist: Der Koran ehrt beide, und je eine Sure trägt ihren Namen (Sure 19 und Sure 31).

Warum heißt Muhammad ﷺ „Siegel der Propheten“?

Weil mit ihm die Reihe der Propheten abgeschlossen ist (Koran 33:40). Nach ihm kommt kein Prophet mehr.

Quellen

  • Koran 2:30–37, 2:127, 2:133, 2:136, 2:251, 2:285, 3:37–59, 4:125, 4:157–158, 4:163–164, 5:82, 6:74–86, 7:23, 7:73–74, 10:98, 11:25–95, 11:120, 12:3–111, 14:37, 15:56, 15:80, 16:120, 18:65, 18:83, 19:1–57, 20:9–98, 21:25, 21:51–90, 21:107, 26:155, 27:16–40, 28:7–34, 29:14, 29:26–29, 31:12–19, 33:7, 33:40, 34:10–11, 35:24, 37:99–130, 38:17–48, 41:15, 42:13, 46:21, 46:35, 66:10, 68:4, 89:6–8, 91:11–15, 93:6, Sure 71
  • Sahih al-Bukhari und Sahih Muslim – „Die Propheten sind Brüder“; das Gleichnis vom letzten Stein; die Himmelfahrt (Idris im vierten Himmel, Yahya und 'Isa im zweiten); Lut und die starke Stütze; Harun und Musa; das Fasten Dawuds; der Engel der Berge nach Ta'if; Maryam und Khadidscha; Hadithe über die Wiederkehr 'Isas
  • Sahih al-Bukhari – Hadschar und die Quelle Zamzam; Dawud aß von der Arbeit seiner Hände. Sahih Muslim – die Abstammung des Propheten ﷺ von Isma'il
  • Sunan at-Tirmidhi – das Bittgebet des Yunus
  • Ibn Kathir, Qisas al-Anbiya' und Tafsir al-Qur'an al-'Azim; al-Qurtubi, al-Dschami' li-Ahkam al-Qur'an; Ibn Hazm, al-Fasl (zur Frage, ob Maryam Prophetin war)

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