Islam verstehen

Kapitel 4Leben, Charakter und Vorbild

Der Prophet Muhammad ﷺ

Muhammad ﷺ ist der letzte Gesandte Allahs, durch den der Koran offenbart wurde. Sein Leben ist gut überliefert – von seiner Geburt in Mekka über die schweren Jahre der Verfolgung, die Auswanderung nach Medina und die Rückkehr nach Mekka mit Vergebung bis zu seinem Tod in Medina. Wer ihn kennenlernt, lernt den Islam von seiner menschlichsten Seite kennen: als gelebte Barmherzigkeit. In diesem Kapitel gehen wir seinen Weg gemeinsam nach.

24 Min. Lesezeit

ca. 570
Geburt in Mekka, im „Jahr des Elefanten“
ca. 40
Lebensalter bei der ersten Offenbarung in der Höhle Hira
622
Hidschra nach Medina – Beginn der islamischen Zeitrechnung
632
Tod in Medina (11 n. H.), im Alter von etwa 63 Jahren

Herkunft und Kindheit

Mekka lag in einem trockenen Tal an den Handelswegen Arabiens. In seiner Mitte stand die Kaaba, die nach dem Koran Abraham und sein Sohn Ismail als Haus für die Anbetung des Einen Gottes errichtet hatten 2:127. Im Lauf der Jahrhunderte waren jedoch Götzenbilder in und um sie aufgestellt worden. Die Araber waren stolz auf ihre Dichtung, ihre Gastfreundschaft und ihre Stammestreue – und kannten zugleich Blutfehden, das Begraben neugeborener Mädchen 81:8–9 und großes Unrecht gegenüber den Schwachen.

Muhammad ibn Abdullah ibn Abd al-Muttalib ﷺ stammt aus dem Clan der Banu Haschim, einem Zweig des Stammes Quraisch in Mekka. Über seine Ahnenreihe führt seine Abstammung auf den Propheten Ismail zurück, den Sohn Ibrahims, Friede sei mit beiden. Er wurde um das Jahr 570 geboren – in dem Jahr, das die Araber „das Jahr des Elefanten“ nannten, weil ein Heer mit Elefanten gegen die Kaaba zog und scheiterte. Die Sure al-Fil (105) erinnert an dieses Ereignis. Er wurde an einem Montag geboren; als man ihn nach dem Fasten am Montag fragte, sagte er: „Das ist der Tag, an dem ich geboren wurde, und der Tag, an dem mir die Offenbarung herabgesandt wurde“ (Muslim). Das genaue Datum ist nicht sicher: In der sunnitischen Tradition wird meist der 12. Rabi' al-Awwal genannt, in der schiitischen der 17. Rabi' al-Awwal.

Seine Kindheit war von Verlust geprägt. Sein Vater Abdullah starb noch vor seiner Geburt, seine Mutter Amina, als er etwa sechs Jahre alt war. Zunächst nahm ihn sein Großvater Abd al-Muttalib auf, nach dessen Tod sein Onkel Abu Talib, der ihn sein Leben lang beschützte. Seine ersten Jahre verbrachte er, wie damals in vornehmen mekkanischen Familien üblich, bei einer Amme in der Wüste, Halima as-Sa'diyya. Der Koran spricht ihn später liebevoll darauf an: „Fand Er dich nicht als Waise und gab dir Zuflucht?“ 93:6.

Al-Amin – der Vertrauenswürdige

Als junger Mann hütete Muhammad ﷺ Schafe und arbeitete später als Händler. Schon vor seiner Berufung nannten ihn die Mekkaner al-Amin, „der Vertrauenswürdige“. Man gab ihm Wertsachen zur Aufbewahrung, und man hörte auf sein Urteil.

In seiner Jugend nahm er am Hilf al-Fudul teil, einem Bund, in dem sich mekkanische Clans verpflichteten, jedem beizustehen, dem in der Stadt Unrecht geschah, ob Einheimischem oder Fremdem. Jahre später sagte er als Prophet nach den Berichten der Sira, wenn man ihn im Islam zu einem solchen Bund riefe, würde er zusagen. Bekannt ist auch die Überlieferung, wie er mit etwa 35 Jahren beim Wiederaufbau der Kaaba einen Streit der Clans schlichtete: Er legte den Schwarzen Stein auf ein Tuch, und jeder Clan durfte an einer Ecke tragen helfen – eine Lösung, bei der niemand das Gesicht verlor.

Die Ehe mit Khadidscha und ihre Kinder

Seine Ehrlichkeit im Handel beeindruckte auch Khadidscha bint Khuwailid, eine angesehene Kauffrau. Sie trug ihm die Ehe an, und er heiratete sie mit etwa 25 Jahren. Es war eine Ehe voller Liebe und gegenseitigen Respekts. Nach den meisten Historikern hatten sie sechs Kinder: zwei Söhne, al-Qasim – nach dem der Prophet ﷺ Abu al-Qasim genannt wurde – und Abdullah, die beide als Kinder starben, und vier Töchter: Zainab, Ruqayya, Umm Kulthum und Fatima. In sein Haus nahm er außerdem seinen jungen Cousin Ali auf, den Sohn Abu Talibs, sowie Zaid ibn Haritha, den er freiließ und wie einen Sohn großzog.

Khadidscha, möge Allah mit ihr zufrieden sein, war die erste Person, die an seine Botschaft glaubte, und er hat ihrer bis an sein Lebensende mit großer Dankbarkeit gedacht.

Die erste Offenbarung

Mit zunehmendem Alter zog sich Muhammad ﷺ gern zur Besinnung in die Höhle Hira auf dem Berg bei Mekka zurück. Dort kam um das Jahr 610, im Alter von etwa 40 Jahren, der Engel Dschibril (Gabriel) zu ihm und brachte die ersten Verse des Korans: „Lies im Namen deines Herrn, der erschaffen hat“ 96:1–5. Zitternd kehrte er nach Hause zurück. Khadidscha tröstete ihn mit Worten, die al-Bukhari überliefert: Allah werde ihn niemals erniedrigen, denn er pflege die Verwandtschaftsbande, trage die Lasten der Schwachen, helfe den Bedürftigen, ehre den Gast und stehe den Menschen in Notlagen bei.

Dann brachte sie ihn zu ihrem Vetter Waraqa ibn Naufal, einem alten Mann, der Christ geworden war und die früheren Schriften kannte. Waraqa sagte, dies sei derselbe Engel, den Allah zu Moses gesandt hatte, und fügte hinzu: „Wäre ich doch noch am Leben, wenn dein Volk dich vertreibt!“ Der Prophet ﷺ fragte: „Werden sie mich denn vertreiben?“ Waraqa antwortete, niemand sei je mit etwas Ähnlichem gekommen, ohne angefeindet zu werden (al-Bukhari 3). Nach einer Pause der Offenbarung kam der Engel wieder, und es wurde offenbart: „O du Zugedeckter, steh auf und warne“ 74:1–2.

Über 23 Jahre hinweg wurde ihm der Koran Stück für Stück offenbart – oft als Antwort auf konkrete Situationen. Wenn du heute auf unserer Plattform Vers für Vers zuhörst, folgst du genau diesem Weg der Offenbarung. Mehr darüber im Kapitel über den Koran.

Der Ruf in Mekka

Etwa drei Jahre lang rief der Prophet ﷺ im Stillen zum Glauben an den Einen Gott auf. Zu den ersten Muslimen gehörten Khadidscha, sein junger Cousin Ali ibn Abi Talib, sein Freund Abu Bakr und sein befreiter Ziehsohn Zaid ibn Haritha, möge Allah mit ihnen zufrieden sein. Dann kam das Gebot: „Und warne deine nächsten Angehörigen“ 26:214. Er stieg auf den Hügel Safa und rief die Clans der Quraisch zusammen: „Wenn ich euch sagte, dass Reiter im Tal sind, die euch überfallen wollen – würdet ihr mir glauben?“ Sie sagten: „Ja, wir haben von dir nie etwas anderes als die Wahrheit erlebt.“ Er sagte: „So bin ich euch ein Warner vor einer schweren Strafe“ (al-Bukhari und Muslim). Sein Onkel Abu Lahab wies ihn schroff zurück, und über ihn wurde die Sure al-Masad (111) offenbart.

Viele Mächtige in Mekka lehnten die Botschaft ab, weil sie ihre Götzen und ihre Stellung bedrohte. Die Muslime wurden verspottet, boykottiert, manche schwer misshandelt. Am meisten litten die Schwächsten. Nach den Berichten der Sira wurde Bilal, ein abessinischer Sklave, auf den glühenden Sand gelegt, einen schweren Stein auf der Brust, und wiederholte nur: „Einer, Einer“ (ahad, ahad), bis Abu Bakr ihn freikaufte. Sumayya, die Mutter von Ammar ibn Yasir, wurde wegen ihres Glaubens getötet; man erinnert sich an sie als erste Märtyrerin des Islam.

Um das fünfte Jahr der Prophetschaft riet der Prophet ﷺ einer Gruppe von Muslimen, Schutz beim Negus (an-Nadschaschi) zu suchen, dem gerechten christlichen König von Abessinien. Als mekkanische Gesandte ihre Auslieferung forderten, beschrieb Dscha'far ibn Abi Talib vor dem König, was der Islam gebracht hatte: Wahrhaftigkeit, das Halten von anvertrauten Gütern, die Pflege der Verwandtschaft, Güte zu den Nachbarn, das Ende von Götzendienst und Unrecht. Dann rezitierte er den Anfang der Sure Maryam; der König weinte und weigerte sich, sie auszuliefern (Musnad Ahmad, nach Umm Salama).

Später boykottierten die Quraisch den Clan des Propheten, die Banu Haschim, zusammen mit den Banu al-Muttalib: kein Handel, keine Heirat. Etwa drei Jahre lang lebten sie nach den Berichten der Sira unter großer Not im Tal Abu Talibs, bis der Boykott zerbrach.

Das Jahr der Trauer und Ta'if

Etwa um das zehnte Jahr der Prophetschaft starben kurz nacheinander Khadidscha und Abu Talib. Diese Zeit wird das Jahr der Trauer genannt. Als der Prophet ﷺ danach in der Stadt Ta'if um Unterstützung bat, wurde er mit Steinen vertrieben.

Aischa fragte ihn später, ob er je einen Tag erlebt habe, der schwerer war als die Schlacht von Uhud. Er nannte den Tag von Ta'if und erzählte, wie der Engel der Berge zu ihm gesandt wurde und anbot, die Stadt zwischen den beiden Bergen zu zermalmen. Er antwortete: „Nein, sondern ich hoffe, dass Allah aus ihren Nachkommen Menschen hervorbringt, die Allah allein dienen und Ihm nichts beigesellen“ (al-Bukhari und Muslim). Auf dem Rückweg, so berichtet die Sira, brachte ihm ein christlicher Diener namens Addas Trauben; als der Prophet ﷺ mit Bismillah begann und vom Propheten Yunus aus Ninive sprach, der Heimatstadt von Addas, küsste dieser ihm die Hände.

Die Nachtreise und Himmelfahrt

In dieser schweren Zeit schenkte Allah Seinem Gesandten ein besonderes Zeichen: al-Isra' wal-Mi'radsch. In einer Nacht wurde er von der heiligen Moschee in Mekka zur fernen Moschee in Jerusalem gebracht 17:1, wo er die früheren Propheten traf und sie im Gebet anführte (Muslim), und von dort in die Himmel erhoben – bis zum Lotusbaum des äußersten Endes 53:13–18. In dieser Nacht wurden den Muslimen die Gebete vorgeschrieben: zunächst fünfzig, und auf den Rat Moses' hin bat der Prophet ﷺ um Erleichterung, bis fünf blieben – mit dem Lohn von fünfzig (al-Bukhari und Muslim). Ein Geschenk, das bis heute jeden Tag unseres Lebens trägt.

Die meisten Gelehrten sind der Ansicht, dass die Reise mit Körper und Seele geschah. Über ihr genaues Datum gehen die Berichte auseinander; meist wird sie in die letzten Jahre vor der Hidschra gelegt. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zum Gebet.

Die Treueschwüre von Aqaba und die Hidschra

In der Pilgerzeit traf der Prophet ﷺ Menschen aus Yathrib, einer Stadt im Norden, deren arabische Stämme, die Aus und die Khazradsch, von langen Fehden erschöpft waren. Im Jahr 621 leistete eine Gruppe von zwölf von ihnen bei al-Aqaba nahe Mina einen Treueschwur, Allah allein zu dienen und rechtschaffen zu leben; der Prophet ﷺ schickte Mus'ab ibn Umair als Lehrer mit ihnen. Ein Jahr später schworen mehr als siebzig Männer und zwei Frauen, ihn zu schützen wie ihre eigenen Familien.

Daraufhin wanderten die Muslime Mekkas still nach Yathrib aus, Familie für Familie. Die Quraisch schmiedeten Pläne, den Propheten ﷺ zu töten 8:30. In der Nacht seines Aufbruchs legte sich Ali ibn Abi Talib in sein Bett, um die Wachen zu täuschen, und blieb zurück, um die Wertsachen zurückzugeben, die Menschen dem Propheten ﷺ anvertraut hatten – auch solche, die seine Gegner waren. Der Prophet ﷺ und Abu Bakr verbargen sich drei Nächte lang in der Höhle Thaur. Asma bint Abi Bakr bereitete ihren Proviant vor und band ihn mit ihrem Gürtel zusammen, den sie in zwei Teile riss – darum nennt man sie „die mit den zwei Gürteln“ (al-Bukhari). Als die Verfolger vor der Höhle standen, sagte der Prophet ﷺ zu seinem Gefährten: „Sei nicht traurig, Allah ist mit uns“ 9:40. Als Führer hatten sie einen Mann angeheuert, der kein Muslim war, und vertrauten auf sein Können und seine Ehrlichkeit (al-Bukhari). Unterwegs jagte ihnen Suraqa ibn Malik wegen der ausgesetzten Belohnung nach, doch die Beine seines Pferdes sanken in den Sand ein, und er bat um Sicherheit (al-Bukhari).

Im Jahr 622 erreichte der Prophet ﷺ Quba am Rand von Yathrib und gründete dort die erste Moschee. Yathrib wurde fortan Madinat an-Nabi, „die Stadt des Propheten“, kurz Medina, genannt. Unter dem Kalifen Umar wurde das Jahr der Hidschra zum Ausgangspunkt der islamischen Zeitrechnung bestimmt.

Eine Gemeinschaft entsteht

In Medina kaufte der Prophet ﷺ das Grundstück für seine Moschee von zwei Waisenjungen (al-Bukhari) und baute mit eigenen Händen an ihr mit – der späteren Prophetenmoschee. Sie war Gebetsort, Schule, Versammlungsraum und Zuflucht für Bedürftige zugleich. Bilal rief dort zum Gebet. Dann verband der Prophet ﷺ die Auswanderer aus Mekka (Muhadschirun) mit den Helfern aus Medina (Ansar) in einer Bruderschaft: Jede Familie in Medina nahm Geschwister aus Mekka auf und teilte mit ihnen, was sie hatte. Der Koran lobt die Ansar dafür, dass sie andere sich selbst vorziehen, auch wenn sie selbst bedürftig sind 59:9.

Mit der Charta von Medina regelte er das Zusammenleben der verschiedenen Gruppen der Stadt, darunter auch der jüdischen Stämme: gegenseitige Rechte und Pflichten, Schutz und gemeinsame Verantwortung für die Verteidigung der Stadt. Der in der Sira überlieferte Text beschreibt die Juden als eine Gemeinschaft neben den Gläubigen – „den Juden ihre Religion und den Muslimen die ihre“. Für uns in den Emiraten, wo Menschen aus aller Welt friedlich zusammenleben, ist dieses Modell des geordneten, respektvollen Miteinanders besonders berührend.

Etwa sechzehn oder siebzehn Monate nach der Hidschra wurde die Gebetsrichtung von Jerusalem zur Kaaba in Mekka gewendet 2:144; al-Bukhari, und im zweiten Jahr wurde das Fasten im Ramadan vorgeschrieben.

Jahre der Prüfung und des Vertrags

In Medina kam die Erlaubnis, sich zu verteidigen: „Erlaubnis ist denjenigen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah“ 22:39 – mit klaren Grenzen: „Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch überschreitet nicht die Grenzen“ 2:190. Der Prophet ﷺ verbot, Frauen und Kinder zu töten (al-Bukhari und Muslim).

  • Badr (2 n. H., 624): Im Ramadan traf eine kleine Schar von etwas über dreihundert Muslimen (al-Bukhari) bei den Brunnen von Badr auf ein viel größeres mekkanisches Heer und siegte. „Allah hat euch ja in Badr geholfen, als ihr schwach wart“ 3:123.
  • Uhud (3 n. H., 625): Am Berg nördlich von Medina verließen Bogenschützen ihre Stellung, und die Muslime erlitten schwere Verluste. Hamza, der Onkel des Propheten ﷺ, fiel, und der Prophet ﷺ selbst wurde verwundet. Die Worte des Korans über seine Milde 3:159 gehören in diesen Zusammenhang.
  • Der Graben (5 n. H., 627): Als ein großes Bündnis gegen Medina zog, hoben die Muslime – nach der Sira auf den Rat von Salman al-Farisi – einen Graben aus; der Prophet ﷺ trug mit ihnen Erde (al-Bukhari). Nach wochenlanger Belagerung zog das Bündnis ab.
  • Hudaibiya (6 n. H., 628): Der Prophet ﷺ brach mit seinen Gefährten zur kleinen Pilgerfahrt auf, wurde aber vor Mekka aufgehalten. Er willigte in einen Waffenstillstand ein, dessen Bedingungen vielen Gefährten hart erschienen. Doch der Koran nannte ihn „einen deutlichen Sieg“ 48:1, und im Frieden, der folgte, nahmen viele Menschen den Islam an.

In diesen Jahren sandte der Prophet ﷺ auch Briefe, in denen er Herrscher zum Islam einlud, darunter den byzantinischen Kaiser Heraklios (al-Bukhari), den persischen König und den Negus. Das Verhältnis zu einigen jüdischen Stämmen Medinas zerbrach in diesen Jahren in Konflikten; die muslimischen Quellen beschreiben dies als Folge gebrochener Verträge, und Historiker erörtern diese Ereignisse ausführlich.

Die Rückkehr nach Mekka – mit Vergebung

Im Jahr 8 nach der Hidschra (630), nachdem Verbündete der Quraisch einen mit den Muslimen verbündeten Stamm überfallen und so den Waffenstillstand gebrochen hatten, zog der Prophet ﷺ mit einem großen Heer nach Mekka. Er ließ verkünden: „Wer das Haus Abu Sufyans betritt, ist sicher; wer die Waffen niederlegt, ist sicher; und wer seine Tür verschließt, ist sicher“ (Muslim). Die Stadt, die ihn vertrieben hatte, wurde nahezu ohne Blutvergießen eingenommen. Nach der Sira ritt er mit vor Demut gesenktem Haupt ein. Er reinigte die Kaaba von den Götzen und rezitierte dabei: „Die Wahrheit ist gekommen, und das Falsche ist vergangen“ 17:81; al-Bukhari und Muslim, und Bilal rief vom Dach der Kaaba zum Gebet.

Und zu den Menschen, die ihn jahrelang verfolgt hatten, sprach er nach den Berichten der Prophetenbiografie Worte der Vergebung, wie einst Yusuf zu seinen Brüdern: „Kein Tadel soll heute auf euch sein“ vgl. 12:92. Die meisten Mekkaner nahmen daraufhin den Islam an. Von dieser Zeit spricht die Sure an-Nasr, eine der letzten offenbarten Suren: „Wenn die Hilfe Allahs kommt und der Sieg und du die Menschen in Scharen in die Religion Allahs eintreten siehst, dann lobpreise deinen Herrn und bitte Ihn um Vergebung“ 110:1–3. Ibn Abbas verstand sie als Zeichen, dass die Sendung des Propheten ﷺ sich ihrer Vollendung näherte (al-Bukhari).

Die Abschiedswallfahrt

Im Jahr 10 nach der Hidschra vollzog der Prophet ﷺ seine einzige Pilgerfahrt, den Hadsch, mit einer großen Zahl von Gefährten. In seiner Abschiedspredigt am Berg Arafat erinnerte er daran, dass Leben, Besitz und Ehre der Menschen unantastbar sind (al-Bukhari, Muslim). Er ermahnte die Männer, ihre Frauen gut zu behandeln (Muslim), und betonte, dass kein Araber einem Nichtaraber überlegen ist und umgekehrt, außer durch Gottesfurcht (Musnad Ahmad). An diesem Tag wurde der Vers offenbart: „Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet“ 5:3.

Auf dem Rückweg nach Medina sprach der Prophet ﷺ an einem Teich namens Ghadir Khumm zu den Menschen. Nach Sahih Muslim sagte er: „Ich hinterlasse euch zwei gewichtige Dinge: Das erste ist das Buch Allahs, in dem Rechtleitung und Licht sind … und meine Familie. Ich erinnere euch an Allah in Bezug auf meine Familie.“ In einem anderen, vielfach überlieferten Bericht (at-Tirmidhi, Musnad Ahmad) sagte er über Ali: „Wessen Maula ich bin, dessen Maula ist Ali.“ Schiiten verstehen dies als Bestimmung Alis zum Führer der Gemeinschaft nach dem Propheten ﷺ; Sunniten verstehen es als Aufruf, Ali zu lieben und ihm beizustehen.

Sein Tod in Medina

Wenige Monate später erkrankte der Prophet ﷺ an Fieber und Kopfschmerzen. Er bat darum, im Zimmer seiner Frau Aischa gepflegt zu werden, und als er das Gebet nicht mehr leiten konnte, bestimmte er Abu Bakr als Vorbeter (al-Bukhari und Muslim). Zu seinen letzten Worten gehörte das Gebet: „O Allah, die höchste Gefährtenschaft“ (al-Bukhari). Er starb im Jahr 11 nach der Hidschra (632) in Medina, im Alter von etwa 63 Jahren, und wurde in diesem Zimmer begraben, wo heute die Prophetenmoschee steht. Das Datum wird unterschiedlich angegeben: in der sunnitischen Tradition meist der 12. Rabi' al-Awwal, in der schiitischen der 28. Safar.

Die Gefährten waren erschüttert. Abu Bakr sprach die berühmten Worte: Wer Muhammad angebetet hat – Muhammad ist gestorben; wer aber Allah anbetet – Allah lebt und stirbt nicht. Dann rezitierte er 3:144 (al-Bukhari).

Bei der Frage, wer die Gemeinschaft nach ihm führen sollte, trennen sich sunnitisches und schiitisches Verständnis: Sunniten erkennen Abu Bakr, den die Gefährten wählten, als ersten Kalifen an; Schiiten sind überzeugt, dass der Prophet ﷺ Ali ibn Abi Talib als seinen Nachfolger bestimmt hatte. Mehr dazu, fair und in Ruhe erklärt, im Kapitel über Sunniten und Schiiten.

Das Siegel der Propheten

Muslime glauben, dass Muhammad ﷺ der letzte der Propheten ist: „Muhammad ist nicht der Vater eines eurer Männer, sondern der Gesandte Allahs und das Siegel der Propheten“ 33:40. Seine Botschaft gilt allen Menschen: „Und Wir haben dich für die Menschen allesamt nur als Frohboten und Warner gesandt“ 34:28. Er beschrieb sich selbst mit einem Bild: Die Propheten vor ihm seien wie ein schönes Haus, in dem ein einziger Ziegelstein fehlt; „ich bin dieser Ziegelstein, und ich bin das Siegel der Propheten“ (al-Bukhari und Muslim). Er brachte keine neue Religion, sondern vollendete die eine Botschaft aller Propheten. Ihre Geschichten erzählt unser Kapitel über die Propheten.

Sein Charakter

Allah beschreibt Seinen Gesandten so: „Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Welten gesandt“ 21:107 und „Du bist wahrlich von großartiger Wesensart“ 68:4. Und: „Zu euch ist ja ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Bedrückend ist es für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid; er ist um euch besorgt, zu den Gläubigen gütig und barmherzig“ 9:128. Als man Aischa nach seinem Charakter fragte, antwortete sie: „Sein Charakter war der Koran“ (Muslim). Und der Koran sagt: „Ihr habt im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild“ 33:21.

Anas ibn Malik diente ihm zehn Jahre lang und sagte: Nie hat er zu mir „Uff“ gesagt, und nie: „Warum hast du das getan?“ (al-Bukhari und Muslim). Aischa berichtete, dass er, wenn er zwischen zwei Dingen wählen konnte, stets das leichtere wählte, solange es keine Sünde war, und dass er sich nie für sich selbst rächte (al-Bukhari und Muslim). Nie schlug er mit seiner Hand eine Frau oder einen Diener (Muslim). Er flickte seine Kleidung, besserte seine Sandalen aus und molk seine Ziege (Musnad Ahmad), und er schlief auf einer Matte, die Abdrücke an seiner Seite hinterließ (al-Bukhari und Muslim). Einer seiner Gefährten sagte, er habe niemanden gesehen, der mehr lächelte als er (at-Tirmidhi). Er scherzte gern, doch er sagte: „Ich sage nichts als die Wahrheit“ (at-Tirmidhi).

Der Koran erklärt, warum die Herzen sich ihm öffneten: „Wärst du schroff und hartherzig gewesen, wären sie dir davongelaufen“ 3:159.

Barmherzigkeit im Alltag

Zu Kindern

Er küsste seinen Enkel Hasan. Als ein Mann sich darüber wunderte, sagte er: „Wer nicht barmherzig ist, dem wird keine Barmherzigkeit erwiesen“ (al-Bukhari, Muslim). Er sagte: „Ich beginne das Gebet in der Absicht, es lang zu machen; dann höre ich ein Kind weinen und kürze mein Gebet, weil ich weiß, wie sehr seine Mutter darunter leidet“ (al-Bukhari, Muslim). Er betete sogar mit seiner Enkelin Umama auf dem Arm (al-Bukhari, Muslim). Und einen kleinen Jungen, dessen Vögelchen gestorben war, fragte er tröstend: „O Abu Umair, was hat denn das kleine Vögelchen gemacht?“ (al-Bukhari, Muslim).

In der Familie

Er half im Haushalt und war im Dienst seiner Familie, bis die Zeit des Gebets kam (al-Bukhari). Er sagte: „Der Beste von euch ist der, der am besten zu seiner Familie ist, und ich bin der Beste von euch zu meiner Familie“ (at-Tirmidhi). Er machte mit Aischa einen Wettlauf (Abu Dawud) und ermahnte: „Behandelt die Frauen gut“ (al-Bukhari, Muslim).

Zu Nachbarn

Dschibril hat mir so lange die Pflicht gegenüber dem Nachbarn ans Herz gelegt, dass ich dachte, er würde ihn zum Erben machen
al-Bukhari, Muslim

Und er sagte dreimal: „Bei Allah, er glaubt nicht!“ Man fragte: „Wer, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Derjenige, vor dessen Übel sein Nachbar nicht sicher ist“ (al-Bukhari).

Zu Tieren

Er erzählte von einem Mann, dem Allah vergab, weil er einem durstigen Hund Wasser gab, und warnte vor der Grausamkeit gegenüber einer Katze (al-Bukhari, Muslim). Als jemand einem Vogel die Jungen weggenommen hatte und der Vogel aufgeregt umherflatterte, sagte er: „Wer hat diesen Vogel um seine Jungen betrübt? Gebt sie ihm zurück!“ (Abu Dawud). Einen Kamelbesitzer, dessen Tier vor Hunger und Last weinte, ermahnte er, Allah zu fürchten (Abu Dawud). Und er lehrte, beim Schlachten die Klinge zu schärfen und dem Tier Leid zu ersparen (Muslim).

Zu Armen, Waisen und Dienern

„Ich und wer für eine Waise sorgt, werden im Paradies so sein“, sagte er und hielt Zeige- und Mittelfinger zusammen (al-Bukhari). Über Diener sagte er: „Sie sind eure Brüder … so soll man ihnen von dem zu essen geben, was man selbst isst, und sie mit dem kleiden, womit man sich selbst kleidet“ (al-Bukhari, Muslim).

Zu Andersgläubigen

Als ein Trauerzug vorbeizog, stand er auf. Man sagte ihm, es sei ein Jude. Er antwortete: „Ist es nicht eine Seele?“ (al-Bukhari, Muslim). Einen jüdischen Jungen, der ihm gedient hatte, besuchte er, als dieser krank war (al-Bukhari). Und nach der Sira durfte eine christliche Gesandtschaft aus Nadschran in seiner Moschee ihr Gebet verrichten.

Seine Familie

Nach dem Tod Khadidschas heiratete der Prophet ﷺ mehrere Frauen, die meisten von ihnen verwitwet oder geschieden, darunter Sauda, Aischa, Hafsa, Umm Salama, Zainab bint Dschahsch, Dschuwairiya, Umm Habiba, Safiyya und Maimuna. Die Gelehrten weisen darauf hin, dass mehrere dieser Ehen Bande zwischen Stämmen knüpften oder Witwen gefallener Gefährten Schutz gaben. Der Koran nennt sie „Mütter der Gläubigen“ 33:6. Aischa wurde eine der großen Lehrerinnen der Gemeinschaft; sehr viele Hadithe gehen auf sie zurück.

Von Mariya, einer Ägypterin in seinem Haushalt, hatte er einen Sohn, Ibrahim, der als kleines Kind starb. Der Prophet ﷺ weinte und sagte: „Das Auge vergießt Tränen, und das Herz ist traurig, doch wir sagen nur, was unserem Herrn gefällt“ (al-Bukhari). An jenem Tag gab es eine Sonnenfinsternis, und als die Menschen sie mit Ibrahims Tod verbanden, berichtigte er sie: „Sonne und Mond verfinstern sich nicht wegen des Todes oder des Lebens eines Menschen“ (al-Bukhari, Muslim).

Alle seine Kinder außer Fatima starben noch zu seinen Lebzeiten. Fatima heiratete Ali ibn Abi Talib, und über ihre Söhne Hasan und Husain lebt die Nachkommenschaft des Propheten ﷺ bis heute fort. Er sagte: „Fatima ist ein Teil von mir; wer sie erzürnt, erzürnt mich“ (al-Bukhari). Sie starb wenige Monate nach ihm.

Alle Muslime ehren die Ahl al-Bait, die Familie des Propheten ﷺ. Der Koran sagt: „Allah will das Unreine von euch entfernen, ihr Leute des Hauses, und euch völlig rein machen“ 33:33. Aischa berichtete, dass der Prophet ﷺ einmal Ali, Fatima, Hasan und Husain unter seinen Mantel nahm und diesen Vers rezitierte (Muslim). Sunnitische Gelehrte zählen meist auch seine Frauen zur Familie, da die umgebenden Verse sie ansprechen; Schiiten verstehen unter den Ahl al-Bait die fünf unter dem Mantel und die Imame aus ihrer Nachkommenschaft. Die Liebe zur Familie des Propheten gehört zum Glauben jedes Muslims.

Seine Gefährten

Die Sahaba sind diejenigen, die dem Propheten ﷺ als Gläubige begegneten und als Muslime starben. Sie standen ihm bei, bewahrten den Koran und gaben seine Sunna weiter – unter ihnen Abu Bakr, Umar, Uthman und Ali, Bilal, Salman al-Farisi, Abu Dharr und Ammar ibn Yasir, und viele Frauen wie Khadidscha, Aischa, Umm Salama und Asma. Allah sagt über die Ersten der Muhadschirun und Ansar: „Allah ist mit ihnen zufrieden, und sie sind mit Ihm zufrieden“ 9:100. Sunniten betrachten alle Gefährten als vertrauenswürdig in dem, was sie überlieferten; Schiiten ehren viele Gefährten zutiefst und beurteilen sie zugleich einzeln. Viele von ihnen lernst du in unserem Kapitel über die Gefährten kennen.

Die Sunna und der Hadith

Die Sunna ist der Weg des Propheten ﷺ: seine Worte, Taten und das, was er stillschweigend billigte. Sie erklärt den Koran und zeigt, wie man ihn lebt – wie man betet, fastet, handelt und mit Menschen umgeht. Ein einzelner überlieferter Bericht heißt Hadith.

Die Gefährten lernten seine Worte auswendig, einige schrieben sie auch auf, und gaben sie an die nächste Generation weiter. Jeder Hadith besteht aus zwei Teilen: der Überliefererkette (Isnad) und dem Text (Matn). Gelehrte prüften über Generationen hinweg sorgfältig, ob jeder Überlieferer zuverlässig war und ob die Kette lückenlos ist. Daraus entstand eine eigene Wissenschaft.

Die bekanntesten Sammlungen sind:

  • Sahih al-Bukhari von Imam Muhammad ibn Isma'il al-Bukhari
  • Sahih Muslim von Imam Muslim ibn al-Haddschadsch
  • dazu die Sunan-Werke von Abu Dawud, at-Tirmidhi, an-Nasa'i und Ibn Madscha sowie der Muwatta' von Imam Malik und der Musnad von Imam Ahmad

Die Sammlungen von al-Bukhari und Muslim gelten in der sunnitischen Gelehrsamkeit als die zuverlässigsten Bücher nach dem Koran. Schiitische Gelehrte stützen sich auf eigene Sammlungen, vor allem die „Vier Bücher“ – al-Kafi, Man la yahduruhu al-faqih, Tahdhib al-ahkam und al-Istibsar –, die die Sunna vor allem über die Imame aus der Familie des Propheten überliefern.

Segen über ihn sprechen

Ein schöner Ausdruck der Liebe zum Propheten ﷺ ist die Salawat, das Segensgebet für ihn. Allah sagt: „Allah und Seine Engel segnen den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht Segen über ihn und grüßt ihn mit gebührendem Gruß“ 33:56. Und der Prophet ﷺ sagte: „Wer einmal Segen über mich spricht, über den spricht Allah dafür zehnmal Segen“ (Muslim). Darum sagen Muslime nach seinem Namen „sallallahu alaihi wa sallam“ – „Allah segne ihn und schenke ihm Frieden“ –, geschrieben als ﷺ. Viele Gelehrte empfehlen, die Formel auszuschreiben oder auszusprechen, statt sie nur abzukürzen.

Als die Gefährten fragten, wie sie Segen über ihn sprechen sollen, lehrte er sie die Worte, die Muslime bis heute in jedem Gebet sprechen: „O Allah, segne Muhammad und die Familie Muhammads, wie Du Ibrahim und die Familie Ibrahims gesegnet hast; Du bist gewiss lobenswert und ruhmvoll“ (al-Bukhari und Muslim). Gerade in der schiitischen Tradition, aber ebenso bei vielen Sunniten, achtet man darauf, seine Familie immer mit einzuschließen, wie er es selbst gelehrt hat. Er sagte: „Der Geizige ist derjenige, in dessen Gegenwart ich erwähnt werde und der dann keinen Segen über mich spricht“ (at-Tirmidhi), und er ermutigte, am Freitag besonders viel Segen über ihn zu sprechen (Abu Dawud).

Liebe zum Propheten ﷺ

Der Prophet ﷺ sagte: „Keiner von euch glaubt wirklich, bis ich ihm lieber bin als sein Vater, sein Kind und alle Menschen“ (al-Bukhari, Muslim). Diese Liebe zeigt sich nicht nur in Gefühlen, sondern darin, ihm nachzueifern. Der Koran verbindet beides: „Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir, so liebt euch Allah“ 3:31.

Ein Mann fragte den Propheten ﷺ einmal, wann die Stunde komme. Er fragte zurück: „Und was hast du für sie vorbereitet?“ Der Mann sagte: „Nicht viel – außer dass ich Allah und Seinen Gesandten liebe.“ Er sagte: „Du wirst mit denen sein, die du liebst“ (al-Bukhari und Muslim).

Viele Muslime, Sunniten wie Schiiten, feiern seinen Geburtstag, den Maulid, mit Versammlungen, in denen rezitiert, gedichtet und gespendet wird; in den Emiraten ist er ein Feiertag. Andere Muslime ziehen es vor, ihn nicht mit besonderen Feiern zu begehen, weil dies in den ersten Generationen nicht üblich war. Einig sind sich beide darin, dass sich die Liebe zu ihm vor allem in der Nachfolge zeigt.

Ihm heute folgen

Dem Propheten ﷺ zu folgen, beginnt im Kleinen – im Alltag, mitten im Leben:

  1. Lächeln und grüßen: „Dein Lächeln für deinen Bruder ist eine Sadaqa“ (at-Tirmidhi). Verbreite den Friedensgruß „as-salamu alaikum“.
  2. Mit Bismillah beginnen: Er lehrte ein Kind: „Sprich den Namen Allahs, iss mit der rechten Hand und von dem, was vor dir liegt“ (al-Bukhari, Muslim).
  3. Es leicht machen: „Macht es leicht und nicht schwer, verkündet Frohes und schreckt nicht ab“ (al-Bukhari, Muslim) – das ist der Geist der Mitte, der Wasatiyya.
  4. Eltern ehren und Verwandte besuchen: Güte zu den Eltern steht im Koran direkt neben dem Glauben an Allah 17:23.
  5. Ehrlich sein: in Arbeit, Handel und Worten – wie al-Amin.
  6. Den Koran leben: jeden Tag ein paar Verse hören, verstehen und umsetzen. Fang gern direkt mit Sure al-Ahzab oder Sure al-Isra' an.

So wird die Sira, die Lebensgeschichte des Propheten ﷺ, nicht nur Geschichte, sondern ein Weg, den du selbst gehen kannst.

Häufige Fragen

Wann und wo wurde der Prophet Muhammad ﷺ geboren?

Um das Jahr 570 in Mekka, im sogenannten „Jahr des Elefanten“. Er gehörte zum Clan der Banu Haschim vom Stamm Quraisch.

Was bedeutet „al-Amin“?

„Der Vertrauenswürdige“. So nannten ihn die Menschen in Mekka schon vor seiner Berufung wegen seiner Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit.

Warum beginnt die islamische Zeitrechnung mit der Hidschra?

Die Auswanderung nach Medina im Jahr 622 war der Beginn der muslimischen Gemeinschaft. Unter dem Kalifen Umar wurde dieses Jahr als Jahr 1 des Hidschri-Kalenders festgelegt.

Hat Muhammad ﷺ eine neue Religion gegründet?

Nach muslimischem Verständnis nicht. Er ist der letzte in einer langen Reihe von Propheten, von Adam über Abraham, Moses und Jesus, und hat ihre eine Botschaft vom Einen Gott vollendet. Der Koran nennt ihn „das Siegel der Propheten“ (33:40).

Was ist der Unterschied zwischen Sunna und Hadith?

Die Sunna ist der gesamte vorbildliche Weg des Propheten ﷺ. Ein Hadith ist ein einzelner überlieferter Bericht darüber, was er gesagt, getan oder gebilligt hat. Die Hadithe sind die Quelle, aus der wir die Sunna kennen.

Warum schreibt man ﷺ nach seinem Namen?

ﷺ steht für „sallallahu alaihi wa sallam“ – „Allah segne ihn und schenke ihm Frieden“. Es folgt dem Gebot in Sure al-Ahzab (33:56), Segen über den Propheten zu sprechen.

Quellen

  • Koran 2:127, 2:144, 2:190, 3:31, 3:123, 3:144, 3:159, 5:3, 8:30, 9:40, 9:100, 9:128, 12:92, 17:1, 17:23, 17:81, 21:107, 22:39, 26:214, 33:6, 33:21, 33:33, 33:40, 33:56, 34:28, 48:1, 53:13–18, 59:9, 68:4, 74:1–2, 81:8–9, 93:6, 96:1–5, 110:1–3, Sure 105, Sure 111
  • Sahih al-Bukhari (u. a. Nr. 3 – Beginn der Offenbarung und Waraqa ibn Naufal)
  • Sahih Muslim
  • Sunan Abu Dawud
  • Sunan at-Tirmidhi
  • Musnad Ahmad (u. a. Bericht Umm Salamas über die Auswanderung nach Abessinien)
  • Ibn Hischam: as-Sira an-Nabawiyya (Prophetenbiografie nach Ibn Ishaq)
  • Safiur-Rahman al-Mubarakpuri: ar-Rahiq al-Makhtum (Der versiegelte Nektar)

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