Was ist Ghunna?
Ghunna ist der Nasalklang, der im Chaischum, dem Nasenraum, entsteht. Jedes Nun und Mim hat von Natur aus eine kleine Ghunna, doch in manchen Fällen wird sie lang und deutlich hörbar. Teste es: Halte dir beim Sprechen einer Ghunna die Nase zu – der Klang bricht ab.
Die Regel
Immer wenn ن oder م eine Schadda trägt, wird die Ghunna in voller Stärke gesprochen und zwei Zählzeiten gehalten:
- نّ – إِنَّ، النَّاسِ، الْجَنَّةِ
- مّ – ثُمَّ، عَمَّ، أُمَّةٌ
Man nennt das Ghunna muschaddada; die beiden Buchstaben heißen oft Harfa al-Ghunna („die zwei Ghunna-Buchstaben“). Das gilt mitten im Vers und auch, wenn man auf einem solchen Buchstaben anhält, z. B. bei ثُمَّ.
Stufen der Ghunna
Von der längsten zur kürzesten:
- Nun und Mim mit Schadda (diese Lektion) sowie Idgham mit Ghunna – am vollständigsten.
- Ikhfa (bei Nun und Mim) – vollständig, zwei Zählzeiten.
- Izhar – nur die natürliche, kurze Ghunna.
- Nun oder Mim mit Vokal – die kürzeste natürliche Ghunna.
Warum Schadda Ghunna bedeutet
Eine Schadda steht für zwei Buchstaben: Der erste hat ein Sukun, der zweite einen Vokal. Bei نّ ist das wie ein Nun Sakina, das in ein Nun verschmilzt, bei مّ wie ein Mim Sakina in ein Mim – beides Idgham mit Ghunna.
Wie klingt es?
- Den Buchstaben halten: Die Zunge (bei ن) bzw. die Lippen (bei م) bleiben in Position.
- Den Klang zwei Zählzeiten in der Nase schwingen lassen.
- Dann in den Vokal übergehen.
إِنَّ klingt wie „in-na“ mit einem gehaltenen, summenden „n“.
Häufige Fehler
- Darüberhuschen: „ina“ statt „in-na“.
- Die Ghunna auf vier oder mehr Zählzeiten dehnen.
- Eine dunkle, schwere Ghunna sprechen, wo der Buchstabe leicht ist – Nun und Mim selbst sind leichte Buchstaben.
Übungstipp
Rezitiere Sure an-Nas. Darin kommt النَّاسِ fünfmal vor, dazu الْخَنَّاسِ und الْجِنَّةِ. Zähle bei jedem نّ innerlich „eins, zwei“.