Kindheit und Ausbildung
Scheich Mahmoud Ali Al-Banna, möge Allah ihm barmherzig sein, wurde 1926 in einem Dorf in der Provinz Al-Minufiyya im ägyptischen Nildelta geboren. Er lernte den Qur'an als Kind auswendig und zog später nach Tanta, eine Stadt mit langer Tradition der Qur'an-Gelehrsamkeit, um seine Kenntnisse im Tajwid und in den Lesarten zu vertiefen. Von dort führte ihn sein Weg nach Kairo.
Sein Wirken
In Kairo wurde seine Stimme schnell bekannt. Noch als junger Mann wurde er in den ägyptischen Rundfunk aufgenommen und gehörte von da an über Jahrzehnte zu den vertrauten Stimmen, die Menschen in Ägypten und in der arabischen Welt täglich hörten. Er rezitierte in großen Moscheen Kairos, bei offiziellen Anlässen und auf Einladung in vielen Ländern.
Zu seinem Vermächtnis gehört eine vollständige Murattal-Aufnahme des Qur'an, die bis heute verbreitet ist, sowie viele Mujawwad-Rezitationen einzelner Suren.
Sein Stil
Al-Banna verband zwei Dinge, die nicht immer zusammenkommen: eine sehr klare, deutliche Aussprache und eine warme, melodische Stimme. Sein Murattal ist ruhig und ausgewogen, gut verständlich und angenehm zum Mitlesen. In seinem Mujawwad zeigt er dagegen die ganze Schönheit der ägyptischen Schule – fließende Übergänge, lange getragene Töne und eine feine Empfindsamkeit für die Bedeutung der Verse. Seine Rezitation wirkt dabei nie übertrieben, sondern freundlich und einladend, als würde er den Hörer an der Hand nehmen.
Was du von ihm lernen kannst
Wenn du einen Rezitator suchst, der Genauigkeit und Wärme verbindet, ist Al-Banna eine schöne Wahl. Sein Murattal eignet sich zum Wiederholen und Auswendiglernen; du kannst dir an ihm besonders gut die saubere Aussprache der schweren Buchstaben und die Länge der Dehnungen einprägen. Seine Mujawwad-Rezitationen wiederum laden dazu ein, einmal ganz still zuzuhören und die Verse auf dich wirken zu lassen.
Er verstarb 1985. Seine Aufnahmen werden bis heute in Ägypten und weit darüber hinaus gehört – ein fortlaufendes gutes Werk, so Allah will.